Energieausweis Frankfurt am Main online erstellen
Wer in Frankfurt am Main verkauft oder vermietet, braucht einen Energieausweis — das gilt bundesweit gleich. Unterschiedlich ist der Gebäudebestand, und der entscheidet darüber, welcher Ausweistyp für Ihr Haus in Frage kommt und was am Ende im Kennwert steht. 37,1 Prozent der Wohngebäude stammen aus der Zeit vor 1950 — ein außergewöhnlich hoher Altbauanteil für eine Stadt, die als Hochhaus-Standort wahrgenommen wird. Gereihte Gründerzeitbauten stehen neben moderner Verdichtung.
Der Gebäudebestand in Frankfurt am Main
Frankfurt am Main zählt 80.679 Gebäude mit rund 402.826 Wohnungen (Zensus 2022). 74,8 % der Gebäude mit Wohnraum in Frankfurt am Main wurden vor 1980 gebaut. Gereihte Gründerzeitbauten treffen auf die Verdichtung durch Hochhäuser.
Womit in Frankfurt am Main geheizt wird
Gas 75,5 %, Fernwärme 15,5 %, Öl 6,6 % — 37,1 % der Wohngebäude stammen aus der Zeit vor 1950. (Anteile bezogen auf Wohnungen, Zensus 2022)
Gas dominiert mit 75,5 %. Für den Verbrauchsausweis ist das der unkomplizierte Fall: Die Jahresabrechnungen des Versorgers reichen in aller Regel aus, sofern sie den geforderten Zeitraum abdecken.
Kommunale Wärmeplanung
Die gesetzliche Frist für die kommunale Wärmeplanung ist verstrichen, ein beschlossener Plan liegt noch nicht vor. Für Eigentümer bedeutet das vor allem Unsicherheit bei der Heizungsplanung: Solange kein Plan vorliegt, ist offen, ob Ihre Straße später an ein Wärmenetz angeschlossen wird oder auf dezentrale Lösungen zuläuft. Für den Energieausweis selbst ändert das nichts — er bewertet den Ist-Zustand.
Was in Frankfurt am Main gilt
Stand: 08/2026 — wir prüfen diese Angaben vierteljährlich an der amtlichen Quelle.
Bundesweit gilt seit dem 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG). Die feste Vorgabe von 65 Prozent erneuerbarer Energie beim Heizungstausch ist entfallen; die Heizungsart wählen Eigentümer wieder selbst. Ab 2029 wird Gas und Öl schrittweise ein verbindlicher Bioanteil beigemischt. Der kommunale Wärmeplan ist damit kein Zwang mehr, sondern Orientierung: Er zeigt, ob ein Gebiet auf ein Wärmenetz zuläuft oder auf dezentrale Lösungen. Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz
Ein Fachgutachten, ausdrücklich ohne Rechtsfolgen
Frankfurt nennt die kommunale Wärmeplanung in der Magistratsvorlage vom 3. August 2026 wörtlich ein unverbindliches Fachgutachten. Die Stadt hat bewusst keine Satzungsgebiete ausgewiesen. Aus der Karte folgt damit weder ein Anschlusszwang noch ein Anspruch auf einen Anschluss, und das Gasnetz bleibt in großen Teilen der Stadt vorerst bestehen. Das Klimaneutralitätsziel hat Frankfurt dagegen auf 2035 vorgezogen.
Vierzehn Milieuschutzgebiete — hier entscheidet sich die Sanierungstiefe
Liegt Ihr Haus in einem der 14 Frankfurter Milieuschutzgebiete, etwa im Nordend, in Bockenheim, im Gallus oder in Sachsenhausen-Nord, dürfen Sie energetisch grundsätzlich nur bis zum gesetzlichen Mindeststandard sanieren. Darüber hinaus wird nicht genehmigt, außer Sie nehmen am städtischen Modernisierungsbonus teil. Schon ein neuer Fassadenanstrich oder eine neue Dachdeckung braucht dort eine eigene, kostenpflichtige Genehmigung. Prüfen Sie also zuerst die Lage, dann die Maßnahme.
Klimabonus oder Modernisierungsbonus? Nicht verwechseln
Der bekannte Frankfurter Klimabonus fördert Photovoltaik und Begrünung — Wärmedämmung und energetische Sanierung fördert er nicht. Das Programm dafür heißt Frankfurter Modernisierungsbonus und gilt seit Juni 2025 im gesamten Stadtgebiet. Diese Verwechslung kostet Eigentümer regelmäßig Zeit, weil sie den falschen Antrag stellen.
Ein Bestand, der fast vollständig auf Gas läuft
Von 157.254 Wärmeerzeugern im Stadtgebiet sind 138.810 Gaskessel. Bei Gebäuden aus der Zeit vor 1950 liegt der Gasanteil über 90 Prozent. Die Mainova baut das Fernwärmenetz von 310 auf rund 450 Kilometer aus; das Heizkraftwerk West soll bis 2026 ohne Kohle auskommen, zwölf Jahre vor dem nationalen Datum.
Was das für Eigentümer in Frankfurt am Main bedeutet
Frankfurt ist der Sonderfall: Die Wärmeplanung bindet niemanden, es gibt keine Satzungsgebiete, und wer im Gasgebiet wohnt, bleibt es vorerst. Entscheidend ist stattdessen die Frage, ob Ihr Haus im Milieuschutz liegt — dort begrenzt die Genehmigung, wie tief Sie sanieren dürfen. Und die zweite Frage ist die nach dem richtigen Förderprogramm, denn der Klimabonus zahlt nicht für Dämmung. Für den Energieausweis heißt der hohe Gasanteil im Altbau: Die Ergebnisse fallen hier selten überraschend gut aus.
Wovon die Förderhöhe am Ende abhängt, ist der energetische Zustand des Gebäudes — wo Ihr Haus in Frankfurt am Main steht, zeigt der Energieausweis.
Verbrauchs- oder Bedarfsausweis?


Für die meisten Wohngebäude dürfen Sie wählen. Der Verbrauchsausweis rechnet mit dem, was tatsächlich verbraucht wurde — dafür brauchen Sie Abrechnungen über 36 zusammenhängende Monate, deren jüngste Periode höchstens 18 Monate zurückliegt. Der Bedarfsausweis rechnet stattdessen das Gebäude durch: Hülle, Fenster, Dach, Heizung.
Bei einem Altbauanteil wie hier — 74,8 % der Gebäude mit Wohnraum in Frankfurt am Main wurden vor 1980 gebaut — weichen beide Verfahren häufig deutlich voneinander ab. Der Verbrauchsausweis bildet das Heizverhalten der bisherigen Bewohner ab, der Bedarfsausweis den Zustand des Gebäudes. Wer sparsam gelebt hat, steht im Verbrauchsausweis oft besser da; wer saniert hat und das zeigen will, ist mit dem Bedarfsausweis meist ehrlicher bedient.
Beide Ausweise sind zehn Jahre gültig und tragen eine amtliche Registriernummer der Registrierstelle (DIBt). Welcher davon zu Ihrem Gebäude passt, klärt sich in den ersten Schritten des Formulars — Sie müssen das nicht vorher entscheiden.
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Fachlich geprüft von Dipl.-Ing. Thorsten Seckert (TU Darmstadt), nach § 88 GModG ausstellungsberechtigt · Stand: 27. August 2026
Rechtsgrundlagen und Quellen
Wir arbeiten vollständig online — ohne Vor-Ort-Termin. Was wir mitbringen, ist die Kenntnis des Gebäudebestands in Frankfurt am Main. Zahlen dazu: Zensus 2022 (Gebäude- und Wohnungszählung), Statistische Landesämter sowie der kommunale Wärmeplan Frankfurt am Main.